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22.Jan.2019


Ilha Grande, Paraty, Sao Paulo


Ilha Grande

Mit Easytransfer werde ich von meinem Hostel in Rio de Janeiro abgeholt und zusammen mit Anderen zum Hafen von Conceicao de Jacarei gefahren. Dann geht es innerhalb von 45 Minuten mit dem Boot auf die Insel.

Auf Ilha Grande gibt es eigentlich nur eine Ortschaft, aber viele Strände, die man entweder per Fuß, Wassertaxi oder mit einer Tour erreicht. Ich laufe erst einmal auf eigene Faust herum: Im Westen befinden sich die Ruinen eines alten Krankenhauses und eines Aquädukts. 

 

In der Mitte der Insel befindet sich der Papageienfelsen, fast 1000 Meter über dem Meeresspiegel, von dem man einen schönen Ausblick haben soll. Ich beschließe, dorthin zu wandern. Nach der ersten halben Stunde bin ich bereits klatschnass vom eigenen Schweiß. Der Weg selber ist durchaus anspruchsvoll, zumal im oberen Bereich die Wege nicht mehr so ganz klar sind, und man sich leicht verlaufen kann. Die atemberaubende Aussicht sieht man leider erst ganz zum Schluss. Nach 3,5 Stunden bin ich froh, dass ich es endlich geschafft habe und nach weiteren 3 Stunden, dass ich es auch wieder zurück geschafft habe. Den Weg alleine zu laufen war definitiv leichtsinnig.


Danach muss ich mich erst mal an den diversen Stränden entspannen. Ich buche eine Tour, die mit dem Schnellboot sechs der schönsten Strände auf Ilha Grande anläuft. Anschließend geht es noch mir drei Leuten aus meinem Hostel, die auch bei der Bootstour dabei waren, zum Fisch essen.

 


Mit Boot und Kleinbus geht es weiter. Der Fahrer fährt, dass es mir Angst und bange wird. Aber schließlich erreichen wir doch unbeschadet Paraty.

Paraty

Bei der Ankunft in Paraty heisst es die Uhren um 400 Jahre zurückzustellen. Der historische Stadtkern stammt aus dem 17 Jahrhundert und ist vollständig erhalten. Das grobe Pflaster wurde noch von Sklaven in Handarbeit verlegt. Den malerischen weißen Häusern merkt man an, dass sie aus einer komplett anderen Zeit stammen. Naturgemäß befinden sich in vielen von ihnen Restaurants oder Läden. Im Hostel begrüßt mich jemand mit "Dirk??", Aeda, die ich aus dem Hostel in Salta, Argentinien kenne, ist auch gerade hier. 

Ich mache einen Besuch an den beiden Stränden des Ortes: Die Strände sind okay und nicht überfüllt, aber ins Wasser zu gehen, kann man sich sparen: Verschlammt und sehr flach ist es so warm, dass keine Abkühlung möglich ist. Also doch ein kühles Bier an der Strandbar.


Da ich gerade keine Lust auf noch mehr Bootsfahren und Strände habe, buche ich eine Jeeptour zu den Wasserfällen, darunter einer natürlichen Wasserrutsche.
Kurz nach dem wir losfahren, halten wir auch schon an und Leute reichen uns Speisekarten in den Jeep. Meine Reaktion auf sowas ist trotzig, ich mag mir nicht jetzt schon was zum Essen bestellen, bevor ich nicht die anderen Alternativen kenn. Einer der Leute versucht mich (ausnahmsweise sogar auf englisch) zu überzeugen was zu bestellen, wenn ich vor Ort erst was bestelle, dauert es zu lange. Ich bleibe stur.

Dann gehts endlich zum ersten Wasserfall in dem wir rumplantschen können und zwei Destillerien für Cachaca. Endlich kommen wir zum Höhepunkt der Tour an: kaskadenartige Wasserfälle mit einer Wasserrutsche am Ende.Am Anfang dagegen das Restaurant für das die anderen schon das Essen bestellt haben. Ich mache unserem Guide mit Händen und Füssen klar, dass ich kein Essen bestellt habe und lieber ne Runde schwimmen gehe. Als die anderen endlich mit ihrem Essen fertig sind, geht es runter zur Wasserrutsche. Jemand erklärt mir auf portugiesisch was ich beachten soll. Zumindest verstehe ich, dass ich meinen Kopf schützen soll. Von Fingernägeln aber nichts... na gut ich habe ja noch ein paar mehr und zumindest der Kopf ist heile geblieben, als ich untern ankomme.

Sao Paulo

Wie schnell die Zeit vergeht! Schon sitze ich im Bus von Reunidas Paulistas, die mehrfach täglich die Strecke Paraty nach Sao Paulo bedienen. Die Strecke ist landschaftlich sehr schön, aber auf der abschüssigen Bergstraße schafft es der Bus oftmals kaum über 40 KM/H hinaus. Dazu kommen Baustellen, da diese Strecke komplett neu gebaut wird. Mit zwei Stunden Verspätung und mitten in der Rushhour komme ich in Sao Paulo an.

Das Busterminal Rodoviário do Tietê in Sao Paulo ist nach Port Authority in New York, das zweitgrößte der Welt. Um so erstaunter bin ich, dass es am Bus, beim Versuch sein Gepäck wieder zu ergattern erstaunlich entspannt zugeht. Warum zeigt sich auch gleich: In den Abfahrts- und Ankunftsbereich kommt man nur rein, wenn man ein Busticket hat. Aber auch außerhalb des "Sicherheitsbereichs" ist es weitaus weniger chaotisch als befürchtet. Keine Horden von mehr oder weniger offiziellen Taxifahrern, die nach Kundschaft suchen. Die warten ganz brav an ihrem Taxistand auf Kundschaft.

Ich will doch erst einmal ein Blick auf die "notorisch überlastete" U-Bahn werfen. Dazu heißt es erst einmal anstellen um ein Einzelticket für 4,30 Real zu kaufen. In meiner ersten Teilstrecke, der Linie 1 ist vergleichsweise wenig los. Ich schlage mich gut! Als ich dann an meinen Umsteigebahnhof zur Linie 3 komme, sieht es anders aus. Als hätte man Schleusen geöffnet, schießen, sturzbachgleich Menschenmassen aus verschiedensten Richtungen. Die Züge fahren im Minutentakt, sind aber zu der Zeit trotzdem überfüllt. An den Eingängen stehen bewaffnete Sicherheitsleute. Ich schaffe es, mich trotz Rucksack in einen Wagen reinzuquetschen. Die U-Bahnhöfe in Sao Paulo sind riesige, brutalistische unterirdische Bauten. An vielen Stellen sieht man in den Betonbunkern Aussparungen für noch mehr Rolltreppen.

Einer der markantesten Straßen in Sao Pauli ist die Avenida Paulista, welche auch an einigen Parks und dem Kunstmuseum von Sao Paulo vorbeiführt. Von hier aus kann man auch gut zur Batmann Street laufen, (inzwischen heisst die offiziell so) die berühmt ist für viele Grafitis an den Wänden.


Die Innenstadt besuche ich mit einer Free Walking Tour. Die Tour wird gleich von zwei Leuten gemacht, während der eine, wie gehabt, die Führung gibt, passt die andere auf, ob suspekte Leute der Gruppe zu nahe kommen.
In der Innenstadt gibt es die Kathedrale Catedral de Sè und das Sao Paulo Monestery zu sehen, welches eine ausnehmend schöne Kirche hat.


Aber auch die Armut und Hoffnungslosigkeit ist an beiden Plätzen außerordentlich sichtbar. Viele haben hier ihren Schlafplatz aufgeschlagen und ihre Habseligkeiten um einen Pappkarton zum Schlafen verteilt.
Meinen letzten Tag habe ich den Kunstmuseen gewidmet. Die Pinacoteka de Sao Paulo sollte man schon aufgrund seiner Architektur gesehen haben: Es befindet sich in den Ruinen einer ehemaligen Psychiatrie.

Weiter geht es mit dem Museum für moderne Kunst, dem "MAM", welches mitten im Stadtpark Ibirapuera liegt. Zum Glück ist der Eintritt heute umsonst, denn das was im kleinen Saal ausgestellt wurde, wäre es nicht wert gewesen. (Im großen Saal wird dagegen gerade eine neue Ausstellung vorbereitet). Am Museum für zeitgenössische Kunst gleich in der Nähe laufe ich zunächst vorbei. Nicht weil es so klein ist, sondern so groß und ich es erst für einen Büroblock halte. Eintritt ist frei und auf acht Etagen befinden sich wechselnde Ausstellungen. Ein Highlight ist die Dachterrasse, von der man einen schönen Ausblick auf Sao Paulo hat. Damit ist auch schon mein Südamerikaausflug zu Ende und mit Latam geht es nach Lissabon. Als ich am Großflughafen in Sao Paulo mit dem Bus ankomme bin ich doch etwas verwundert: Gähnende Leere an den Schaltern und der Sicherheitskontrolle. Aufgrund der schlechten Erfahrungen in Foz de Iguazu war ich einfach viel zu überpünktlich am Airport.



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