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09.Sep.2018


von Kaohsiung bis Kenting


Das Wetter ist nicht besser in Taiwan. Bei meiner Ankunft regnet es auch hier. Ich komme am Flughafen in Kaohsiung an. Beim Stehen in der Einreiseschlange Panik: Fast alle haben einen großen weißen ausgedruckten Zettel, nur ich nicht. Aber ich brauche ihn wohl auch nicht. Mit der U-Bahn geht es in ein paar Minuten direkt ins Zentrum. Nach dem Gedrängel in Peking und Hongkong bin ich erst einmal geschockt: Es ist Rushhour, ich stehe direkt an der Umsteigehaltestelle der beiden U-Bahnlinien .... und sehe kaum einen Menschen.

Im Hostel ist auch nicht viel los. Ich treffe einen Schweitzer, der von unterwegs arbeiten kann und der schon 5 Wochen hier hängt und auf besseres Wetter wartet. Aber zumindest habe ich vom Common Room einen schönen Ausblick auf die Kreuzung.

Am nächsten Tag geht es trotz des Regens los, um die Stadt zu erkunden. Viel hat Kaohsiung nicht zu bieten. Eine schöne U-Bahnstation mit dem Light Dome und die Drachen und Tiger Pagoden.

Auf der Straße sind zahllose Garküchen aufgebaut, wobei sich die Küche im Haus, die "Theke" sowie Stühle und Tische etwas davor befinden. Wenn man auf dem Bürgersteig geht, hat man das Gefühl, man läuft die ganze Zeit mitten durch die Küchen durch.

Jeder Taiwanesse, mit dem ich mich unterhalte, empfiehlt mir, ich solle unbedingt nach Tainan fahren, der alten Hauptstadt und ältesten Stadt des Landes. Also kaufe ich mir am Bahnhof ein Ticket für den Expresszug nach Tainan. Die Automaten sind zwar alle mit einer englischen Anleitung versehen, aber es gibt ein paar Besonderheiten: Local Trains, Express Trains und Highspeed Trains habe alle ihren eigenen Automaten. Die Ziele sind nicht alphabetisch, sondern geografisch angeordnet, so dass man erst einmal suchen muss, wenn man nicht genau weiß, auf welcher Höhe das Ziel liegt.

So toll wie die Erwartungen war Tainan dann aber doch nicht. Es gibt einen Konfuziustempel, die Reste eines alten Forts und selbstredend ein paar Tempel. Das hochgelobte Essen, insbesonders die lokale Spezialität, dicke Fischsuppe, ist aber tatsächlich lecker.

Mit dem Kenting Express Bus geht es direkt vom Hauptbahnhof nach Kenting. Der Bus ist fast leer. Das erklärt auch, warum ich zweimal beim Versuch vorab zu buchen abgewiesen wurde. Nach zwei Stunden bin ich in Kenting, einem kleinen Ort direkt im Nationalpark. Meine erste kurze Erkundungsrunde wird vom einsetzenden Starkregen unterbrochen.

Abends lässt er nach, so dass ich mich noch am Nachtmarkt durchfuttern kann. Es gibt sogar einen Stand mit "German pork knuckles", den ich auch ausprobiere. Die kleingeschnittenen Haxenstücke sehen in der Tat sehr gut aus. ...bis er sie vor meinen Augen in die Fritteuse schmeißt.


Am nächsten Tag will ich den Nationalpark bewandern, ich warte eine Dreiviertelstunde auf den Bus, der mich ins nahegelegene Visitor Center fährt nur um zu erfahren, dass der Weg zu diesem Teil des Nationalparks genau um die Ecke zu meinem Hostel liegt.

Die Bustafeln hier sind leider alle nur auf chinesisch, sofern man sie überhaupt lesen kann. Und die angeschriebenen Zeiten sind ohnehin nur grobe Anhaltspunkte. Zudem sprechen die Fahrer kein englisch und es sind auch nicht alle hilfsbereit.

Zwei Tage wandere ich durch den Nationalpark, und fahre mit dem Bus u.a. zur südlichsten Spitze Taiwans.

Es soll weitergehen nach Hualien zum Taroko Nationalpark, und zwar über die bahnstreckentechnisch schlechter ausgebaute Ostseite der Insel. Während im Westen die Hochgeschwindigkeitszüge brausen, fahren hier bloß drei langsame Züge täglich von Fangliao nach Hualien. Zunächst muss ich aber überhaupt nach Fangliao kommen. Der Expressbus fährt erst ab 9:00 und ich weiß nicht genau, ob er auch tatsächlich an der Haltestelle vor meinem Hostel hält (laut Tafel tut er das nicht) und wie lange der Localbus braucht ist nicht wirklich herauszubekommen. Also stehe ich zeitig an der Haltestelle um festzustellen, dass ich bereits um 8:45 dann doch von einem Expressbus mitgenommen werde.

Die Bahnstrecke von Fangliao nach Norden ist wirklich schön, wenn man wie ich, auf der linken Seite sitzt, sieht man immer wieder das Meer und eine einzigartige Landschaft.



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