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14.Oct.2018


Darwin und Kimberleys


Darwin Reloaded


Wenn dir ein Ort super gefällt, behalte ihn so in Erinnerung und komme besser nicht zurück. Gefällt die ein Ort gar nicht, gib ihm eine zweite Chance.
Eigentlich wollte ich gar nicht nach Darwin zurück. Aber es hat sich leider, oder besser zum Glück, als idealer Startpunkt herauskristallisiert.
Aber fangen wir von vorne an: Nach knapp drei Stunden Flug komme ich mitten in der Nacht in Darwin an. Die Einreise ist noch einfacher als vor fünf Jahren. Keiner der sich an mich dranhängt und im lockeren Plauderton Fragen zur geplanten Einreise stellt. ( Von Singapur nach Alice Springs )


Man stellt sich ganz normal an einen Schalter, der Pass wird kurz durchgezogen, ein prüfender Blick und das war alles. Nachdem ich beim letzten mal einen Rüffel kassiert hatte, da ich meine Trekkingschuhe nicht angegeben hatte und jedes Gepäck durchleuchtet wurde, gebe ich sie diesmal an. Nur das Gepäck der Leute die irgendwas angegeben haben wird überhaupt durchleuchtet. Meine Schuhe sind ihr nur einen abwertenden Blick wert. ... keine kostenlose Desinfektion. Ich habe ein Deja-Vu: In der Empfangshalle, die bis auf ein paar kleinere Änderungen gleich geblieben ist, setze ich mich in das kleine Café und halte mich mit koffeinhaltigen Heißgetränken über Wasser. Genau hier sass ich vor fünf Jahren schon einmal mitten in der Nacht und brachte die Zeit bis zum Morgen mit Kaffee und alten Doctor Who Folgen rum. Eine Änderung offenbart mir allerdings mein Mobiltelefon: Es gibt hier inzwischen tatsächlich kostenloses WiFi!
Darwin hatte ich in keiner guten Erinnerung. So gut wie kein kostenloses WiFi (außer in der Monsoons Bar), kein schöner Strand und auch das Hostel unterer Standard.
Umso erstaunter bin ich diesmal. Entweder liegt es daran, dass diesmal keine Regenzeit ist oder dass sich Darwin tatsächlich weiterentwickelt hat. Es gibt ein schönes neues Viertel: Darwin Waterfront, viele Cafés locken mit einem "Free WiFi"-Schild und es gibt einen schönen Strand.

zum Vergleich: Strand in 2014


Die Bewertungen der Hostels sind aber immer noch nicht viel besser, so dass ich mich diesmal lieber in ein Hotel einquartiert habe. Der erste Weg nachdem ich in mein Hotel eingecheckt habe, führt mich direkt wieder in die Monsoons Bar, in der ich vor 5 Jahren so oft sass und in der sich nichts verändert hat und zu einem Melbourne Bitter mit Fish und Chips.

 

Kimberleys

 

Eigentlich wollte ich den Westen von Australien von Darwin über Broom bis Perth auf eigene Faust machen. Buslinien in dieser Richtung gibt es auch, aber je mehr ich recherchierte, desto komplizierter klang es. Es gibt kaum Unterkünfte und von den Bushaltestellen in die interessanten Nationalparks zu kommen ist ohne Mietwagen auch fast unmöglich. Alleine einen Mietwagen zu nehmen scheidet schon aufgrund der großen Entfernungen aus, in denen man nicht mal Mobilnetz hat. Umso glücklicher bin ich, als ich eine Campingtour für diese Strecke finde, die ausgerechnet zu dieser Zeit noch Plätze frei hat und auch genau an dem Tag losgeht, bis zu dem ich mein Hotel gebucht hatte.

Zu neunt geht es mit einem Offroad-Kleinbus ab Darwin los. Beim Fahren quietscht etwas ganz gewaltig und nach nur zwei Stunden fällt bereits die Klimaanlage aus. Glücklicherweise kann das in Katherine, unserem ersten Stopp behoben werden.


Die nächsten 9 Tage werden wir in verschiedenen Nationalparks unterwegs sein, in der Wildnis ohne Dusche aber mit selbstausgebudelter "Toilette" verbringen und uns in verschiedenen Flüssen oder Seen erfrischen. Ganz so kommt es dann doch nicht, da aufgrund der Hitze ein paar mal auf etwas schattigere Campingplätze mit Dusche und WC ausgewichen werden muss. Geschlafen wird mit einer Ausnahme unter freiem Sternenhimmel.

Wenn wir am Gewässer campen, kann es auch schon mal vorkommen, dass wir von Kröten umringt sind. Als ich das den Australiern erzähle, packen sie begeistert die Golfschläger aus und sie schiessen die Kröten ins Jenseits. (Dazu muss man wissen, dass Kröten in Australien eingeschleppt wurden und seitdem sich ohne natürliche Feinde wie die Pest vermehren.)

Den zweiten Tag verbringen wir am Lake Argyle und campen dort auf einer Insel. Wir schwimmen mit Frischwasserkrokodilen, was sich gefährlicher anhört als es ist, da die "Freshis", wie sie von den Aussis genannt werden, nicht angriffslustig sind, solange man ihnen nicht zu nahe kommt oder sie ärgert.


Weiter geht es zum Purnululu National Park besser bekannt als Bungle Bungles. Die Buckelpiste dorthin ist sehr anspruchsvoll. Wir werden so stark durchgeschüttelt, das einige der Getränkedosen kaputtgingen (Glas war von vorneherein untersagt). Nach einem kurzen Stopp wollte dann auch prompt unser Bus nicht mehr anspringen, konnte aber schnell von unserem improvisationsfreudigen Guide überbrückt werden.


Am nächsten Morgen müssen wir um 3:30 aufstehen, wenn wir den Sonnenaufgang in den Bungles Bungles sehen wollen. Anschließend wandern wir zum Cathedra Gorge, einer spektakulären Steinhöhle.

Wer mag kann dann noch einen Hubschrauberflug über die Bungles Bungles buchen. Der halbstündige Flug ist spektakulär, schon, weil der Hubschrauber über keinerlei Türen verfügt. Wir haben Glück, da die Saison fast zu Ende ist, ist dies der vorletzte Tag, an dem noch Rundflüge angeboten werden.


Bei der Fahrt aus den Bungles Bungles heraus passiert es dann: Uns platzt ein Doppelreifen. In der Rekordzeit von 23 Minuten ist er gewechselt und weiter geht es auf der Gibb River Road bis Derby.

 

Unterwegs machen wir Stopps bei den Emma Falls im El Questro national Park, am Manning Gorge und am Bell Gorge bis wir nach 7 Tagen endlich wieder auf befestigte Straßen kommen.

Leider fällt die Klimaanlage erneut aus so, dass wir die letzten beiden Tagen die Fenster öffnen (was bei diesem Bus zum Glück noch geht) um etwas Frischluft zu bekommen. Eine letzte Wanderung führt zum Windjana Gorge und in den Tunnel Creek. Letzterer ist wie der Name schon vermuten lässt ein Fluss im Tunnel, der mit Taschenlampe zum Teil durchwatet werden muss. Im Wasser sind Krokodille und über uns die Fledermäuse.


Als wir endlich in Broome ankommen sind wir doch ziemlich froh, endlich wieder ein festes Bett, WC und Duschen zu haben, auch wenn der Sternenhimmel nachts etwas fehlt. Aber in 3 Tagen soll es ja schon weiter gehen bis nach Perth wieder im Zelt.



Kommentare

von Daniela um 14.Oct.2018 um 17:02


Coole Tour
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von Daniela um 14.Oct.2018 um 17:03


Coole Tour, viel Spaß weiterhin und pass auf die Salties auf!
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